Ausstellungen

Arbeiten im öffentlichen Raum

MICHAEL.Ein Engel geht auf Reisen - Dokumentation

1. Der Start der Reise war Erfurt, wo MICHAEL vom 17. September bis 23. November 2020 im Hof der Michaeliskirche gestanden hat.
Die Kirche steht im Zentrum der Stadt nahe der Krämerbrücke, ist übergemeindlich und zugleich Universitätskirche der Uni Erfurt.
Sie war ein wichtiger Ort der Reformation in Erfurt: 1522 hat Luther hier gepredigt (der auch an der hiesigen Uni studiert hatte und hier zum Priester geweiht wurde). Johannes Lang, ein Freund Luthers und der Reformator Erfurts hat ab 1530 hier gepredigt und wurde 1548 hier begraben.
Ich bin sehr dankbar, dass gerade hier MICHAELs Engelreise beginnen durfte. Mein Dank gilt insbesondere Matthias Stieber, der an der Michaeliskirche für die Organisation verantwortlich ist und dem Freundeskreis Michaeliskirche Erfurt e.V.
In Erfurt habe ich einen Großteil meiner Kindheit und Jugend verbracht. Die Michaeliskirche war in meiner Jugend ein wichtiger Ort für mich.


2. Gastort: Michaelskirche in Schwäbisch Hall, Zeit: 24.11.2020 - 17.02.2021
Die große spätgotische Stadtkirche oberhalb des Marktes von Schwäbisch Hall, mit einer riesigen Freitreppe, auf der im Sommer ein Theaterfestival stattfindet, war der Gastort von MICHAEL in der Advents- und Weihnachtszeit. Dort hatte er einen sehr schönen Platz im Hohen Chor vor einer Säule mit Blick ins Hauptschiff.
Wie die Michaeliskirche Erfurt ist diese Kirche ein bedeutender Ort der Reformation.
Hier wirkte von 1522-1548 Johannes Brenz, ebenfalls ein Freund Luthers, der als Reformator Süddeutschlands bezeichnet wird.
Link zum Presseartikel.


3. Gastort: Schlosskirche St. Michael Pforzheim, Zeit: 19.02. - 16.04.2021

Pforzheim gehört zu den im 2. Weltkrieg am stärksten zerstörten Städten Deutschlands. Am 23. Februar 1945 erlitt es ein ähnliches Schicksal wie Dresden.
Der von Deutschland ausgegangene Krieg schlug nach Deutschland zurück. Dass soetwas nie wieder geschieht, braucht es immer wieder das Bemühen um Verständigung und Toleranz und um die Anerkennung von Vielfalt im friedlichen Nebeneinander und Miteinander.
MICHAEL stand vor der wieder aufgebauten Schloss- und Stiftskirche St. Michael. An deren Südseite befindet sich ein Museum für den Humanisten Johannes Reuchlin, der sich Anfang des 16. Jahrhunderts für Verständigung und Toleranz einsetzte, besonders den Juden gegenüber. Sein auch heute noch vorbildliches Motto war: "Erkundet das Fremde, zerstört es nicht!"
Die Skulptur war u.a. eingebunden in das Gedenken an die Zerstörung der Stadt am 23. Februar und in die "Woche der Brüderlichkeit" vom 7.-14. März, in der es um den Dialog der Religionen geht.
Es sind zwei Presseartikel erschienen. Hier können sie nachgelesen werden.

Auch gibt es ein Begrüßungsvideo, das hier angesehen werden kann. Herzlichen Dank an Katharina Vetter dafür.


4. Gastort: Kloster Kirchberg, Sulz am Neckar, Zeit: 19.04. - 04.07.2021

Das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg ist verwunschen gelegen auf einer Anhöhe am Rande der Schwäbischen Alb.
1237 begründet war es einst ein Dominikanerinnen-Kloster und ist heute ein lebendiger Seminar- und Tagungsort.
Es ist die Heimat der Berneuchener Gemeinschaften: der Evangelischen Michaelsbruderschaft, der Gemeinschaft St. Michael und des Berneuchener Dienstes.
Die Berneuchener Bewegung entstand in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen mit dem Ziel, die evangelische Kirche zu erneuern und gleichzeitig zu vertiefen, spiritueller zu machen. Die Kirche sollte sich von ihrer starken Bezogenheit auf das Leiden und den Tod Christi hin zur Freude über die Auferstehung entwickeln.
Es sind drei Presseartikel erschienen, die sie hier nachlesen können.
Über die Aufstellung und die feierliche Begrüßung mit Gesang wurde ein kleines Video produziert. Herzlichen Dank dafür an Dagmar Kötting und Lennart Faustmann.
Hier kann es angesehen werden.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

 


5. Gastort: Friedenskirche Kehl am Rhein, Zeit: 05.07.-19.09.2021

Kehl am Rhein liegt an der deutsch-französischen Grenze direkt gegenüber von Strasbourg. Als ehemaliger Brückenkopf zu den rechtsrheinischen Gebieten Frankreichs war Kehl oft Schauplatz kriegerischer Handlungen und wurde mehrfach zerstört, so auch im deutsch-französischen Krieg 1870/71 und im ersten Weltkrieg.
"MICHAEL" steht vor der Friedenskirche am Markt im Zentrum der Stadt.
Es ist ein umfangreicher Artikel in der Kehler Zeitung erschienen. Hier kann er nachgelesen werden.


6. Gastort: Katholische Pfarrkirche St. Michael Saarbrücken, Zeit: 21.09. - 13.11.2021

Diese Kirche ist etwas ganz Besonderes: nach dem ersten Weltkrieg erbaut als moderner Kirchenbau; der Architekt Hans Herkommer war erst 26 Jahre alt und sein Entwurf wurde in einem landesweiten Wettbewerb mit über 172 Einreichungen ausgewählt; orientiert ist sie am Ideal der Stadtkrone von Bruno Taut; nahmhafte Bildhauer der damaligen Zeit wurden einbezogen, u.a. Reinhold Ewald/Hanau, Mitbegründer der Darmstädter Sezession, der u.a. auch Max Beckmann angehörte.
Ewald hat das große Glasfenster im Osten gestaltet und eine Gruppe von Engeln aus Keramik, die neben dem Hochaltar stehen, der ebenfalls eine Besonderheit ist.
Sowohl im Glasfenster als auch im Altar wird Michael in verschiedenen Situationen dargestellt, die z.T. auf jüdische Überlieferungen zurückgehen, was in einer kath. Kirche der damaligen Zeit sehr sehr fortschrittlich und religionsübergreifend war. So wird Michael z.B. als der Engel gezeigt, der Abraham daran hindert, seinen Sohn zu opfern.
An der Westfassade ist eine 5m hohe Bronzeplastik angebracht, die den Erzengel Michael als Friedensengel darstellt, so wie ich ihn auch verstehe.
Nach dem ersten Weltkrieg und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Frankreich ist dies ebenso ein unglaublich starkes Symbol.

Die meisten Glasfenster (bis auf das Ostfenster von Reinhold Ewald) stammen von Gabriel Loire, dem berühmten Glaskünstler aus Chartres, der sie 1957-59 gestaltet hat.
Meine Michael-Skulptur stand im Innenraum in der Nähe des Taufsteins im Eingangsbereich der Kirche. Für die Gastfreunschaft und die finanzielle Unterstützung danke ich der Kath. Kirchgemeinde St. Johann und besonders Pfarrer Eugen Vogt von Herzen.
In der Saarbrücker Zeitung ist dazu ein sehr schöner Artikel erschienen. Hier können Sie ihn lesen.

Hier ein paar Eindrücke:


7. Gastort: Evang. Kirche St. Michaelis Bremen, Zeit: 15. November 2021 - 27. Februar 2022

In fußläufiger Nähe zum Stadtzentrum liegt die Michaeliskirche in der Bremer Bahnhofsvorstadt als eine sehr lebendige Stadtteilkirche.
Sie ist ein moderner Kirchenbau aus den 1960er Jahren aus Backsteinen und Beton, der einem steil aufragenden Zelt ähnelt.
Die Gestaltung des Altarraumes stammt vom Worpsweder Künstler Ulrich Conrad.
Imposant ist das von oben herabhängende Holzkreuz, in das die Silhouette des Christus als Negativform eingearbeitet ist.

Eine Michaeliskirche bzw. -kapelle ist in Bremen seit dem 10. Jahrhundert bezeugt. Der Standort wurde mehrmals gewechselt und es gab zu verschiedenen Zeiten verschiedene Kirchenbauten. Die heutige Kirche ist der Nachfolgebau einer großen neogotischen Kirche von 1900, die im 2. Weltkrieg zerstört worden war.
Dort gab es auch eine Bronzeplastik des Erzengels Michael, die ganz aus dem damaligen Zeitgeist heraus einen sehr soldatischen und kriegerischen Charakter hatte.
Diese Plastik ist erhalten, steht aber inzwischen an einem anderen Ort (glücklicherweise für mein Gefühl).
Nun also steht MICHAEL in meiner Darstellung als Friedensbringer temporär auf dem kleinen Vorplatz im Eingangsbereich zur Kirche.

Im Weser-Kurier und im Weser-Report ist jeweils ein Artikel erschienen, die Sie hier nachlesen können.

Mein Dank für die Gastfreundschaft und die finanzielle Unterstützung des Projektes geht an die Gemeinde St. Michaelis - St. Stephani und besonders an Pastorin Anette Quade.

Außerdem bedanke ich mich bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für die wiederholte finanzielle Förderung.

 

Hier ein paar Eindrücke:


8. Gastort: Stadtkirche St. Michael Jena, Zeit: 07. März - 01. Mai 2022

Der Erzengel Michael ist auch in der Ukraine und in Russland sehr populär. Er ist der Schutzpatron der Stadt Kiew und in ihrem Stadtwappen abgebildet.

Dies verbindet Kiew mit Jena, wo der Engel jetzt zu Gast ist. Auch Jena hat Michael als Schutzpatron und trägt ihn im Stadtwappen.

Vielleicht kann dieses Projekt ein kleines Hoffnungszeichen in dieser dunklen Zeit und ein Symbol dafür sein, sich unermüdlich für Frieden und das Lichte in der Welt stark zu machen...

Die Skulptur stand bis zum 1. Mai vor der Seitenkapelle der Stadtkirche, die für das stille Gebet (z.B. um Frieden) da ist.

Mein Dank gilt Johannes Schleußner, der mein Ansprechpartner war und für die Aktivitäten der Offenen Kirche zuständig ist.

Außerdem bedanke ich mich bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für die wiederholte finanzielle Förderung.

Hier ein paar Eindrücke: